„Lassen Sie die doch einfach verhungern“

Ein Artikel, im Original von Silvia Schierenbeck von der Katzenhilfe Bremen e.V, den ich gerne weitergebe, weil jeder etwas gegen dieses Elend tun kann, wenn er weiß wie.

„Lassen Sie die doch einfach verhungern“

Sommer 2010. Tausendfaches Katzenelend, die Lage spitzt sich zu. Wie schon im letzten Jahr müssen immer öfter Tierheime und Tierschutzvereine wegen Überfüllung einen Aufnahmestopp aussprechen. Aufgrund finanzieller Not geben immer häufiger Besitzer ihre Tiere ab, oftmals alt oder krank, so dass die Vereine, die schon mit rückläufigen Spenden zu kämpfen haben, hier seit Monaten noch besonders belastet werden. Fundtiere, insbesondere Katzen und verwilderte Hauskatzen, trifft die Situation besonders stark, weil es mittlerweile einfach zu viele sind und sich die zuständigen Behörden mit fadenscheinigen Argumenten aus der gesetzlich verankerten Verantwortung ziehen.

Margit Mayr, Mitgründerin der »Interessengemeinschaft Pro Katzenschutzverordnung« wurde eine Fundkatze gemeldet. „Drei Kinder gingen mit dieser Katze an der Leine und mit Suchzetteln durch die Innenstadt.“ Die Kinder hätten auch im zuständigen Tierheim angerufen. „Dort wurde ihnen gesagt, das Tierheim habe – wie viele andere – Aufnahmestopp. Soll man solche Tiere unversorgt in der Innenstadt auf der Straße lassen?“, fragt sie. „Es könne doch nicht sein, dass Städte, Gemeinden und Politiker sich ihrer Verpflichtung dem Tierschutz gegenüber entziehen“, übt sie heftige Kritik.

Umgang mit Fundtieren:

Wer ist denn für die Unterbringung und tierärztliche Versorgung zuständig, wenn das Tierheim voll ist und die Zuständigkeiten von einer Stelle zur nächsten geschoben werden? Oder, wie gerade in Delmenhorst geschehen, sogar ein um Rat gefragter Tierarzt, was man denn mit acht herrenlosen Kätzchen auf einem Parkplatz machen soll, nur sagt: „Lassen Sie die doch einfach verhungern.“ (Die Geschichte geht so weiter: Ein Mitglied der Katzenhilfe Bremen e.V. wurde auf die Katzenwelpen aufmerksam und startete eine Fangaktion. Alle acht Kätzchen und die zwei zahmen besitzerlosen Mutterkatzen wurden vom Brinkumer Tierheim aufgenommen und werden nun vermittelt).

Diese Katzen waren aber eigentlich Fundtiere und andere dafür zuständig:

„Fundtiere sind entlaufene bzw. verloren gegangene Tiere, deren Eigentümer meist unbekannt ist. Sie unterliegen dem Fundrecht (Bürgerliches Gesetzbuch § 965-984) und gelten als Sache. Für den Finder besteht die Pflicht, den Fund unverzüglich dem Eigentümer bzw. der zuständigen Fundbehörde anzuzeigen. Die zuständige Behörde, oft das Ordnungsamt, ist zur Betreuung der Fundtiere verpflichtet. Diese Aufgaben können an Dritte (z.B. Tierschutzvereine) übertragen werden; die Kosten trägt die Fundbehörde. Die finanziellen Aufwendungen können dem Eigentümer des Tieres bei Bekannt werden in Rechnung gestellt werden.“

Interessant wird es bei den Kosten für gefundene Tiere wie verwilderte Hauskatzen:

Laut Gesetzeslage „Fundtier“ haben die Städte und Gemeinden die Kosten der Ernährung, Pflege, Unterbringung, die tierärztliche Versorgung sowie die Kosten der Kastration (§2, §3 Nr. 3, § 6 Nr. 5 TierSchG) dieser Katzen und Kater zu tragen. Kastrationskosten werden von der Gemeinde nur dann übernommen, wenn das Tier wieder an seinen Fundort zurück verbracht werden muss (wo es bisher überlebt hat), weil es nicht in geschlossenen Räumen gehalten werden kann (das ergibt sich aus § 2 TierSchG). Für die Aufbewahrungszeit von 6 Monaten (nach § 973 BGB) müssen alle Kosten von den Gemeinden übernommen werden. Die Gesetze gelten für alle Haustiere, so also auch für zugelaufene oder zugeflogene Fundtiere.

Katzen ohne Besitzer oder verwilderte Straßenkatzen werden von den Behörden aber gerne als herrenlose Tiere eingestuft. (ist bequemer und günstiger) Das sind Tiere, an denen nach bürgerlichem Recht (BGB §§ 958-964) kein Eigentum besteht wie den in Freiheit lebenden Wildtieren. „Wilde Tiere gelten als herrenlos, solange sie sich in Freiheit befinden. Gefangengehaltene Wildtiere werden herrenlos, wenn sie ihre Freiheit wiedererlangen und der Eigentümer diese aufgibt. Ein gezähmtes Tier gilt dann als herrenlos, wenn es die Gewohnheit ablegt, an den ihm bestimmten Ort zurückzukehren“ (BGB § 960). Entsprechend dem Tierschutzgesetz § Nr.3 stellt das Aussetzen von in der Obhut des Menschen gehaltener Tiere eine Ordnungswidrigkeit dar.

–> Lange Rede kurzer Sinn: Verwilderte Katzen waren und sind Haustiere und keine gezähmten Wildtiere, die in die Freiheit zurückkehren. Sie stammen letztlich alle von Katzen ab, die sich in der Obhut von Menschen befanden und deren Fortpflanzung nicht kontrolliert wurde.

Die Kommunen und Städte sind also in der Pflicht, sich um diese Katzen zu kümmern. Zu einem überwiegenden Teil wird dies aber abgelehnt, weil das Geld fehlt oder weil aufgrund der enormen Katzenpopulation bundesweit keine Versorgungsmöglichkeiten mehr vorhanden sind.
Ehrenamtlich arbeitende Vereine wie die Katzenhilfe Bremen e.V., die sich in solchen Fällen engagieren, stoßen trotz hoher jährlicher Kastrationszahlen an ihre Grenzen, weil sich die Lage nicht bessert, sondern verschlimmert. Die Politik hat sich bisher immer darauf verlassen, dass solche privaten Tierschutzvereine mit Geld und Zeit einspringen, weil sie das Elend nicht hinnehmen wollen. Das reicht aber heute nicht mehr, wie einige Kommunen nun realisieren.
Eine Katzenschutzverordnung, wie sie in Delmenhorst seit August 2010 gilt, schreibt zum Beispiel vor, dass alle Besitzer freilaufender Katzen und Kater zur Kastration verpflichtet sind, sonst droht ihnen eine Ordnungsstrafe. Ebenso sollen diejenigen, die verwilderte oder besitzerlose Katzen füttern, automatisch für deren Kastration bezahlen. Damit spricht die Stadt indirekt ein Fütterungsverbot aus, denn das würde bei den häufig in Gruppen lebenden, verwilderten Katzen erhebliche Kosten von mehreren hundert Euro für den Tierfreund bedeuten.

Gleichzeitig lehnt der Fachdienst Veterinärwesen in Delmenhorst jegliche Verantwortung für diese Katzen ab. In Bremen arbeiten der Bremer Tierschutzverein und die Katzenhilfe Bremen e.V. an einer nachhaltigeren Kastrationspflicht.

WAS KANN DER EINZELNE TUN?

Auf keinen Fall wegschauen, denn diese auf der Straße lebenden Hauskatzen brauchen Hilfe und werden auch nicht „einfach verhungern“ und verschwinden. Falls Sie also erleben, wie Sie mit fadenscheinigen Erklärungen von Behörden trotz geltendem Recht abgewimmelt werden, können Sie zum Beispiel eine Fachaufsichtsbeschwerde zur Überprüfung der Entscheidung bei der nächst höheren Dienststelle einreichen.

Unterstützen Sie die Forderungen der Tierschutzinitiativen, wie sie z.B. die Initiative Pro Katzenschutzverordnung klar formuliert:

Zum einen Rechtssicherheit für Tierschützer, die durch ihren Einsatz das im Grundgesetz verankerte Staatsziel Tierschutz realisieren, zum anderen die Vergütung für die Aufnahme und Versorgung von Fundtieren in Tierheimen.

Ideal wäre, Katzenhaltung gesetzlich bundesweit verbindlich zu regeln: zum Beispiel eine Kastrationspflicht männlicher und weiblicher Freigängerkatzen ab dem fünften Monat; eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht und eine bundeseinheitliche Katzenschutzverordnung im Tierschutzgesetz. Damit würde man den Tieren viel Leid ersparen und letztlich die Steuerzahler erheblich entlasten.

© Silvia Schierenbeck für Katzenhilfe Bremen e.V. Zitat Ende

 

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Sehen wir nicht weg, nehmen wir die Behörden in die Pflicht! WIR MÜSSEN MUTIG SEIN UND DÜRFEN UNS VON BEAMTEN DER KOMMUNE ODER. STADT Nicht ABWIMMELN lassen ! sagen sie NEIN! Und gehen Sie den unbequemen Weg, es lohnt sich.

Wie man noch helfen kann? Adoptieren sie auch eine Katze, besser 2, und meiden sie Züchter, denn für jede gekaufte Katze vom Züchter, muss eine Katze im Tierheim weiter leiden, ‚mal ganz abgesehen . Und noch ein Tipp, wenn sie sich eine Katze aussuchen wollen und in diesem Katzenzimmer des Tierheims sind , dann gibt es meistens  so 2-3 Kandidaten, die sofort bei ihnen sind, die bei ihnen um die Wette schmusen. Diese Katzen, werden  leichter zu vermitteln sein, als andere, schüchterne  die sich nicht gleich anfassen lassen. Schauen sie ruhig mal in die Ecken , füttern sie  Leckerlies, so kann man rausbekommen, wie die Hierarchie wirklich im Rudel ist. Der Schein trügt oft und es ist ein Ammenmärchen, dass sich die Katze den Menschen aussucht. die Mutigen in Rudel, werden sich auch wieder dem nächsten Besucher an den Hals werfen.
Ich habe einen mitgenommen, der sich versteckte, der  sich nicht  anfassen lies, der in der Hierarchie  mittig war, gut sozialisiert, aber  eben Menschenscheu.  ER war 2 Jahre alt und hat die ganzen 2 Jahre in diesem Zimmer des Tierheimes verbracht !!  Traurig  ist sowas.  Er ist nach ein paar Wochen bei mir ein großer Schmuser geworden und blüht richtig auf.

 

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Mr Jones, unbezahlbarer Blick

 

Und verbreiten Sie diese Info mit der Fachaufsichtbehörde, denn das weiss kaum jemand. vielleicht bringts was!

in diesem Sinne … gute Nacht

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